Warum immer mehr Schweizer lieber online spielen statt ins Casino zu fahren

Wer hier öfter vorbeischaut, weiß: Normalerweise dreht sich bei mir alles um Autokauf, Leasing und die Frage, ob sich ein Gebrauchtwagen wirklich lohnt. Letzte Woche hat mir ein Kumpel beim Kaffee erzählt, dass er seit Monaten keinen Fuß mehr in ein Casino gesetzt hat und stattdessen lieber online vergleicht, bevor er sich für einen Anbieter entscheidet. Das hat mich neugierig gemacht.

Mann sitzt abends am Laptop zuhause und vergleicht Online Casino Angebote, im Hintergrund eine Schweizer Stadt bei Dämmerung

Als jemand, der beruflich ständig mit Vergleichen und Kaufentscheidungen zu tun hat, wollte ich der Sache auf den Grund gehen. Er hat mir eine Übersicht neuer Schweizer Online Casinos gezeigt, und ehrlich gesagt haben mich die Zahlen dahinter überrascht.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Laut dem aktuellen Rechenschaftsbericht der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht, sank der Bruttospielertrag der Schweizer Spielbanken 2025 insgesamt zwar leicht. Schaut man genauer hin, zeigt sich aber ein klarer Bruch zwischen online und landbasiert.

Kennzahl Wert 2025 Veränderung ggü. 2024
Bruttospielertrag Spielbanken gesamt 878 Mio. CHF −2,1 %
davon Online-Spielangebot wachsend +1,2 %
davon landbasiertes Spielangebot rückläufig −3,9 %
Lotterien & Sportwetten, Umsatz 3,87 Mrd. CHF −2,4 %
Pro-Kopf-Nettoausgaben Geldspiel 132 CHF −4,3 %

Quelle: Gespa, Rechenschaftsbericht 2025

Während also das gesamte Feld leicht schrumpft, ist das Online-Segment der einzige Bereich, der noch zulegt. Sogar bei den sogenannten Geschicklichkeitsspielen, einer kleineren Nische mit 17 Anbietern, stieg der Bruttospielertrag 2025 um 2,3 Prozent auf 19,2 Millionen Franken. Das deckt sich ziemlich genau mit dem, was mein Kumpel erzählt hat: Er fährt nicht mehr extra irgendwohin, sondern schaut sich neue Anbieter online an, bevor er sich festlegt.

Auch etablierte Häuser spüren den Wandel

Dass sich hier gerade etwas verschiebt, zeigt auch ein aktueller Fall aus der Praxis. Die Grand Casino Baden AG, zu der unter anderem die Casinos Baden und Locarno gehören, meldete kürzlich ihre Jahreszahlen: Der Gruppenumsatz sank um 3,6 Prozent auf 124,8 Millionen Franken, beim Casino Locarno waren es sogar minus 12,8 Prozent, und auch die Gastronomie in Baden gab um 6,1 Prozent nach. Firmensprecherin Jessica Obrist bringt es so auf den Punkt: Man verfolge einen doppelten Ansatz, Erträge steigern, wo Wachstumspotenzial besteht, und Kosten senken, wo es sinnvoll ist. Klingt fast wie das, was ich Autokäufern seit Jahren predige, nur eben aus Casino-Perspektive.

Warum mich das an den Autokauf erinnert

Genau das Prinzip predige ich hier ja auch ständig: nicht überstürzt kaufen, sondern erst vergleichen. Bei einem Auto würde niemand zum ersten Händler fahren und blind unterschreiben. Bei einem Online Casino ist das nicht anders, nur dass der Showroom hier der eigene Bildschirm ist und die Probefahrt der erste, risikofreie Blick auf die Konditionen.

Worauf du bei einem neuen Online Casino wirklich achten solltest

Ein paar Punkte, die ich bei meiner eigenen Recherche mitgenommen habe und die für mich genauso banal wie beim Autokauf klingen, aber trotzdem oft übersehen werden:

  • Lizenz zuerst prüfen: In der Schweiz zählt die Lizenz der Eidgenössischen Spielbankenkommission ESBK, alles andere ist rechtlich heikel. Die Gespa hat 2025 allein fünf neue Sperrlisten mit illegalen Anbietern veröffentlicht, Ende Jahr standen 671 Domains darauf.
  • Bonusbedingungen genau lesen, ein Willkommensbonus klingt immer gut, entscheidend sind aber die Umsatzbedingungen im Kleingedruckten, genau wie beim Leasingvertrag.
  • Auszahlungsgeschwindigkeit checken: Bei mir persönlich war das immer das Zünglein an der Waage. Ein Anbieter, der bei der Auszahlung zögert, verliert sofort Vertrauen.
  • Mobile Kompatibilität ist mittlerweile Standard, die meisten neuen Anbieter setzen auf HTML5 statt auf eine eigene App, das spart Speicherplatz und funktioniert direkt im Browser.
  • Support-Erreichbarkeit: 24/7-Kundendienst ist eher Regel als Ausnahme geworden. Fehlt er, würde ich skeptisch werden.

Fazit: Vergleichen schlägt spontan entscheiden

Ob Auto oder Online Casino, das Prinzip bleibt gleich: Wer sich vorher informiert und vergleicht, statt spontan zu entscheiden, fährt am Ende besser. Die Zahlen der Gespa zeigen, dass genau das immer mehr Schweizer beim Thema Glücksspiel machen, und das kann ich nach dieser Recherche gut nachvollziehen.

Vom Showroom ins Wohnzimmer: Wie sich unser Alltag ins Netz verlagert

Als ich unseren letzten Wagen verkauft habe, ist mir etwas aufgefallen: Vom Inserat über die Preisverhandlung bis zur Terminvereinbarung lief alles über den Bildschirm. Der einzige Moment, in dem ich dem Käufer tatsächlich gegenüberstand, war die Schlüsselübergabe. Vor fünfzehn Jahren wäre das undenkbar gewesen, da stand man samstags auf dem Occasionsplatz und hat sich die Beine in den Bauch gestanden. Das hat mich zum Nachdenken gebracht, wie viel von unserem Alltag eigentlich inzwischen online stattfindet.

Gemütliches Wohnzimmer am Abend, Person mit Laptop auf dem Sofa, warmes Licht

Einkaufen: 15,8 Milliarden Franken per Mausklick

Die Zahlen dazu sind eindeutig. Der Schweizer Onlinehandel hat 2025 einen Umsatz von 15,8 Milliarden Franken erreicht, ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die Jahreserhebung von Handelsverband.swiss, NielsenIQ und der Post zeigt. Der grösste Teil davon, rund 13 Milliarden, bleibt bei Schweizer Händlern. Was mich daran am meisten überrascht: Es sind längst nicht mehr nur Bücher und Elektronik. Wir bestellen inzwischen Reifen, Kindervelos und sogar den Weihnachtsbaum online, und ich wette, bei dir zuhause sieht die Bestellhistorie ähnlich bunt aus.

Unterhaltung: Der Bildschirm ersetzt den Ausgang

Beim Thema Freizeit ist die Verschiebung noch deutlicher. Laut dem IGEM-Digimonitor 2025, der jährlich die Mediennutzung der Schweizer Bevölkerung erhebt, schauen 4,8 Millionen Menschen in der Schweiz zumindest gelegentlich YouTube, Netflix erreicht 3,4 Millionen und damit gut die Hälfte der internetnutzenden Bevölkerung. Der Kinoabend von früher ist für viele zum Streamingabend geworden, inklusive Lieferdienst statt Restaurant. Ich sage nicht, dass das nur gut ist. Aber bequem ist es, und gegen bequem kommt auf Dauer kein Geschäftsmodell an, das eine Anfahrt voraussetzt.

Auch der Autokauf beginnt heute im Browser

Womit wir beim Kernthema dieses Blogs wären. Kaum jemand fährt heute noch unvorbereitet zum Händler. Die Recherche läuft vorher online: Modelle vergleichen, Preise checken, Occasionsbörsen durchforsten, Leasingrechner füttern. Der Showroom ist nicht tot, aber er ist vom ersten zum letzten Schritt geworden. Wer die Grundsatzfrage noch vor sich hat, findet hier meine Überlegungen zu leasen oder kaufen, und auch beim Verkauf des Gebrauchten führt der beste Weg inzwischen übers Netz. Die Probefahrt bleibt zum Glück analog, noch lässt sich ein Fahrgefühl nicht streamen.

Was dabei gewinnt und was verliert

Gewonnen haben wir vor allem Vergleichbarkeit. Wer heute etwas kauft, egal ob Waschmaschine oder Wagen, kann in einer halben Stunde mehr Angebote nebeneinanderlegen, als früher an einem ganzen Samstag möglich war. Das drückt die Preise und entlarvt schlechte Deals. Verloren geht dafür der Zufall: das Gespräch am Marktstand, der Händler, der einem noch einen Tipp mitgibt, der Kinofilm, in den man nur ging, weil der andere ausverkauft war. Deshalb halten wir bewusst dagegen, mit Ausflügen, für die man das Haus tatsächlich verlässt, und mit Spieleabenden am Küchentisch statt vor dem Bildschirm.

Fazit

Die Verlagerung ins Netz ist keine Zukunftsprognose mehr, sie ist längst Alltag, und die Zahlen aus Handel und Mediennutzung belegen das Jahr für Jahr deutlicher. Mein Fazit ist pragmatisch: Vergleichen und recherchieren gehört ins Netz, erleben gehört nach draussen. Wer beides sauber trennt, holt aus beiden Welten das Beste raus. Und unterschreibt nebenbei auch beim nächsten Autokauf einen besseren Vertrag.

Jassen, Eile mit Weile und Co.: Warum bei uns wieder öfter gespielt wird

Neulich habe ich hier über unsere liebsten Tagesausflüge geschrieben. Was ich dabei unterschlagen habe: Bei uns liegt seit Jahren ein Jassteppich und ein Kartenset im Kofferraum. Angefangen hat das mal auf einer Wanderung, als uns ein Gewitter in eine Beiz gezwungen hat. Seither gilt bei Schlechtwetter Plan B, und der heisst spielen. In letzter Zeit immer öfter auch ganz ohne Ausflug, einfach am Küchentisch. Und offenbar geht das nicht nur uns so.

Jasskarten und Wandtafel auf einem Holztisch in einer gemütlichen Stube

Jassen: das Nationalspiel, das nie weg war

Man kann über die Schweiz sagen, was man will, aber bei den Karten sind wir uns einig. Jassen ist hierzulande so dominant, dass es andere Kartenspiele praktisch verdrängt hat, die NZZ hat der Geschichte dieses Spiels ein lesenswertes Stück gewidmet. Das Bundesamt für Kultur führt das Jassen sogar im Inventar der lebendigen Traditionen. Die mit Abstand beliebteste Variante ist der Schieber, gefolgt vom Differenzler, bei dem man vor jeder Runde ansagt, wie viele Punkte man machen wird. Klingt simpel, ist es nicht. Ich verliere beim Differenzler zuverlässig gegen meinen Schwiegervater, der die Karten gefühlt riechen kann.

Die Klassiker auf dem Brett

Neben den Karten hat sich bei uns eine kleine Sammlung an Brettspielen angesammelt. Eile mit Weile ist der Schweizer Klassiker schlechthin, praktisch jede Familie hat irgendwo eine Ausgabe im Schrank, oft noch von den Grosseltern geerbt. Dazu kommen bei uns die üblichen Verdächtigen: Catan für lange Abende, Codenames, wenn Besuch da ist, und UNO, wenn die Nerven noch jung genug sind. Was ich unterschätzt hatte: Wie schnell aus einer Runde zwei Stunden werden, wenn das Handy mal in der Schublade liegt.

Warum der Spieleabend gerade jetzt ein Comeback feiert

Ich habe eine Theorie, und die ist ziemlich unromantisch: Es ist das Geld. Ein Abend zu viert im Restaurant mit anschliessendem Kino kostet in der Schweiz schnell mal 200 Franken. Ein Spieleabend kostet eine Packung Chips und vielleicht eine Flasche Wein. Dazu kommt, dass man sich beim Spielen tatsächlich unterhält, statt nebeneinander auf eine Leinwand zu schauen. Und ganz ehrlich: Nach einem Tag, an dem ich ohnehin ständig auf Bildschirme starre, ist ein Abend mit Karten in der Hand fast schon Erholung.

Das heisst nicht, dass wir nur noch zuhause hocken. Die Tagesausflüge bleiben fest im Programm. Aber die Mischung hat sich verschoben, und das fühlt sich gerade ziemlich richtig an.

Vier Tipps für einen Spieleabend, der nicht im Streit endet

  • Regeln vorher klären: Nichts killt die Stimmung so zuverlässig wie eine Regeldiskussion in Runde drei. Beim Jassen gilt: Zuerst einigen, welche Variante gespielt wird und ob mit oder ohne Stöck-Ansage.
  • Kurze Spiele zuerst: Mit einem schnellen Kartenspiel warmwerden, das grosse Brettspiel erst danach. Wer mit einem Drei-Stunden-Epos startet, verliert die Hälfte der Runde nach zwanzig Minuten.
  • Handys weg: Klingt streng, macht aber den ganzen Unterschied. Bei uns liegen sie gestapelt auf der Kommode, wer zuerst danach greift, räumt am Schluss auf.
  • Verlieren üben: Der wichtigste Punkt. Es ist ein Spiel. Wer das nicht kann, dem empfehle ich Differenzler gegen meinen Schwiegervater, das lehrt Demut.

Fazit

Der Spieltrieb steckt in uns allen, und man braucht dafür weder viel Geld noch grosse Pläne. Ein Jassteppich, ein Kartenset und Leute, die man mag, reichen völlig. Falls du selbst wieder einsteigen willst: Der Schieber ist der beste Startpunkt, die Regeln sind schnell gelernt und Mitspieler finden sich in der Schweiz bekanntlich immer.